Hamster – Ernährung

Wer sich einen Hamster nach Hause holt, sollte sich auch mit der Ernährung beschäftigen und sich zuvor darüber informieren, welche Nahrung ein Hamster überhaupt zu sich nehmen darf. Denn einige Nahrungsmittel, die für andere Tiere oder den Menschen ungefährlich sind, können für einen Hamster giftig sein.

Spezielle Ernährung bei Zwerghamstern

Prinzipiell gibt es keine großen Unterschiede, was die Ernährung von Goldhamstern und Zwerghamstern anbelangt. Dennoch sollte man sich ein wenig damit beschäftigen, was Zwerghamster gerne essen, um ihnen so entgegen kommen zu können.

Berufen kann man sich hierbei auf das Ernährungsverhalten der Zwerghamster in freier Natur. So sollte der Anteil an tierischer Nahrung beim Dsungarischen Zwerghamster und dem Campbell Zwerghamster 40 Prozent, der Anteil an Gräsersamen und Kräutersamen an die 40-50 Prozent und der Anteil an anderen Pflanzenbestandteilen 10-20 Prozent betragen. Außerdem essen Dsungaren und Campbell Zwerghamster gerne Insekten.

Der Roborowski Zwerghamster hingegen mag Insekten weniger und nimmt deswegen nur ca. 10 Prozent an tierischer Nahrung zu sich. Sie essen viel lieber Gräser und Kräuter und sollten täglich etwa 80 Prozent ihrer Ernährung aus dieser Nahrungsgruppe erhalten.

Ebenfalls von anderen Hamsterarten zu unterscheiden ist bei der Ernährungsweise der Chinesische Zwerghamster. Diese Hamsterart ist im Ernährungsverhalten relativ vielseitig und ist sowohl Früchte und Insekten als auch Getreide, Kräuter, Samen und Gräser. Ihr Anteil an tierischer Nahrung sollte 30 Prozent betragen, Kleinsämereien sollten am Tag zu 50 Prozent und Pflanzenteile zu 20 Prozent gefüttert werden.

Ernährungsverhalten von Goldhamstern

Weniger Acht geben was die Ernährung betrifft muss man bei Goldhamstern. Dadurch, dass sie größer als Zwerghamster sind, kann ihr Körper bestimmte Nahrungsteile besser im Körper verdauen.

Goldhamster brauchen einen eher abwechslungsreichen Speiseplan, der auch tierische Nahrung mit einschließt. Anders als in der freien Natur, kann man dem Goldhamster diesen Speiseplan bei einer artgerechten Haltung das ganze Jahr über anbieten.

Ernährung von Hamstern allgemein

Vorsicht geboten ist bei der Ernährung wenn es um die im Handel als tiergerecht angebotenen Snacks geht. Viele Halter glauben, ihrem Hamster etwas Gutes zu tun, wenn sie ihnen Jogurtdrops, Honigbällchen oder anderes Nagergebäck anbieten. Tatsächlich schadet man seinem Haustier damit aber nur. Knabbergebäck enthält zu viele Kalorien und setzen sich außerdem aus sehr viel Zucker und Fett zusammen.

Ebenfalls aufpassen sollte man bei Snacks, die sich aus Zucker und Honig zusammensetzen. Hierbei besteht die Gefahr, dass beim Hamster die Backentaschen verkleben und er Karies bekommt. Dies ist besonders fatal, da die Zähne des Hamsters nicht nachwachsen können.

Selbst zusammengestelltes Essen ist für Hamster oft besser verdaulich und birgt keine Gefahren in sich. Täglich sollten einem ausgewachsenen Hamster in etwa 2 Teelöffel Trockenfutter zugeführt werden. Beim kauf im Zoohandel sollte man darauf achten, dass die Herstellerfirma bekannt ist und somit auch eine Qualität der Ernährung gesichert ist.

Zwar werden 2 Teelöffel Futter empfohlen, doch bemerkt man, dass der Hamster etwas von seinem Essen übrig lässt, sollte man das nächste Mal etwas weniger füttern. Die Menge sollte aber nicht so sehr reduziert werden, dass sich der Hamster keinen Vorrat mehr anlegen kann. Es sollte ein gesundes Mittelmaß gefunden werden.

Beim Kauf des Trockenfutters ist es empfehlenswert, Mischungen auszusuchen, die einen hohen Anteil an verschiedenen Getreidesorten und Kräutern vorweisen. Nüsse und Kerne hingegen sollten eher gemieden werden.

Futter sollte außerdem nicht auf Vorrat gekauft werden, da es sich nur 6 Monate hält und danach seine Vitamine und Keimfähigkeit verliert. Deswegen eignen sich bei der Ernährung von Hamstern auch eher kleinere Futtermischungen.

Wichtig ist auch, dass man die Zutatenliste bei Trockenfutter beachtet. Gute Bestandteile eines gesunden Hamsterfutters wären Haferflocken, Weizenkörner, Gerste, Roggen, Kolbenhirse, grüner Hafer und Buchweizen.

Bei Kleinsämereien eignen sich sowohl im frischen als auch im trockenen Zustand Grassamen. Findet man diese nicht in der Hamsterabteilung vor, kann man diese Grassamen auch in getrockneter Form beim Vogelfutter suchen.

Getrocknet kann man seinem Hamster auch Rote Beete, Sellerie oder Möhren anbieten. Nur in kleinen Mengen zur Verfügung stellen sollte man dem Hamster trockene Früchte, allerdings nur dann, wenn sie ungeschwefelt sind. Ebenso selten sind Nüsse zu verabreichen, denn diese haben einen sehr hohen Fettgehalt und können dem Hamster bei einem übermäßigen Verzehr schaden. Dem Hamster verabreicht werden können Erdnüsse, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Pecannüsse und Kürbiskerne.

Dem Hamsterfutter beimischen kann man außerdem Maiskörner, Erbsen- und Reisflocken sowie Johannisbrot, rohe Nudeln, Kartoffeln und ungesüßte Cornflakes. Aber auch hier gilt wieder: Wenige ist für den Hamster besser! Was Heu betrifft, so sollte dieses dem Hamster auch immer in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Zwar essen dies nicht alle Hamster, doch es kann zudem zum Nestbau verwendet werden.

Tierische Ernährung

Tierische Nahrung gehört ebenso auf den Speiseplan des Hamster wie Grünfutter. Empfohlen werden 3-4 Portionen in der Woche. Als geeignetes tierisches Futter angesehen werden können Mehlwürmer, Grillen, Heimchen, Bachflohkrebse, Garnelen, Milchprodukte wie in etwa Magerquark und Naturjogurt. Ebenfalls nicht verkehrt sind Käsestückchen mit wenig Fettgehalt und ohne Kräuterzusätze oder Schimmel, salzarmer Hüttenkäse und Hundekuchen mit Fleisch.

Obst und Gemüse

Für den Hamster ist es bei der Ernährung nicht nur wichtig, Trockenfutter zu bekommen. Obst und Gemüse bilden für ihn eine wichtige Abwechslung. Doch nur dann, wenn man darauf achtet, vor allem Obst in nur kleinen mengen zur Verfügung zu stellen.

Ideal wäre die Fütterung von einer halben Scheibe Gurke, einem kleinen Stückchen Apfel und einer ca. 3 Zentimeter großen Möhre. Gibt man seinem Hamster mehr als diese empfohlenen Mengen, läuft man Gefahr, dass er dieses bunkert und in seinem Haus verschimmeln lässt.

Zu beachten ist hierbei außerdem, dass dem Hamster nur frisches und sauberes Frischfutter zugeführt wird, welches zuvor gewaschen wurde.

Im Frühling und Sommer freut sich der Hamster außerdem über Dill, Gänseblümchen, Gras, Kamille, Löwenzahnwurzel, Petersilie, Melisse, Pfefferminzblätter und Spitzwegerichkraut. Verfüttern Sie diese Pflanzen aber nur dann, wenn sie aus Ihrem Garten stammen und sichergestellt ist, dass sie nicht gespritzt oder anderweitig vergiftet wurden.

Was der Hamster nicht essen sollte

Vorsicht geboten ist zum Beispiel bei folgenden Nahrungsbestandteilen: Hülsenfrüchte, Rettich, Radieschen, Schnittlauch, Knoblauch, Zwiebeln, Alpenveilchen, Aloe Vera, Bärlauch, Bohnen, Efeu, Farne, Holunder, Lilien, Narzissen, Tollkirsche.

Was es zu beachten gibt

Wer seinem Hamster eine Beschäftigungsmöglichkeit geben möchte, sollte ihm sein Futter nicht in seinem Napf servieren, sondern dieses im gesamten Käfig verstreuen. In der freien Natur verbringen Hamster nämlich auch mehrere Stunden damit, ihre Futtersuche voranzutreiben. Neben diesem Aspekt hilft es den Hamstern auch bei der Fithaltung, wenn sie ihr Essen nicht in einen Napf bekommen.

Möchte man es seinem Hamster ein wenig schwerer machen und seinen natürlichen Spieltrieb fordern, kann man das Essen auch noch anders verstecken. Ideale Verstecke können Heuberge, Pappröhren, Taschentücher oder Eierkartons sein.

Bei den Hamstern immer beliebter zu werden scheinen auch so genannte Futterspieße. Um einen solchen Futterspieß für seinen Hamster zuzubereiten, kann man einfach kleine Obst- und Gemüsestückchen auf einen Metallspieß stecken und dann ins Gehege hängen.

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