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Hamsterarten: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Hamster

Wenn hierzulande von Hamstern die Rede ist, dann ist damit üblicherweise der Goldhamster gemeint. Neben dem allseits bekannten Goldhamster gibt es jedoch noch einige weitere Hamsterarten, die natürlich auch alle ihre jeweiligen Eigenheiten besitzen. In diesem Artikel möchten wir die verschiedenen Arten vorstellen und gleichzeitig erklären, welche Unterschiede es bei der Haltung gibt.

Hamsterarten im Überblick

Alle Hamster (Lateinische Bezeichnung: Cricetinae) sind Nagetiere (Rpdentia), die zur Familie der Wühler (Cricetidae) und zur Unterfamilie der Mäuseartigen (Muroidea) gehören. Man kann also sagen, Hamster sind nahe Verwandte der Wühlmäuse (Arvicolinae). Weltweit gibt es etwa 20 derzeit bekannte Hamsterarten. Man unterteilt diese in Kurzschwanz-Zwerghamster, Mittelhamster (zum Beispiel Goldhamster) und die sogenannte Cricetus-Gruppe, zu der der Feldhamster gehört.

Syrischer Goldhamster / Teddyhamster

Lateinische Bezeichnung: Mesocricetus auratus
Herkunft: Grenzregion von Syrien und der Türkei
Länge: 12 bis 23 Zentimeter
Gewicht: 80 bis 150 Gramm
Lebenserwartung: etwa 2 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Syrische Goldhamster sind die nächsten Verwandten vom in Mitteleuropa heimischen wilden Feldhamster. Sie sind die größte Hamsterart, die als Haustier gehalten wird. Teddyhamster wiederum sind eine spezielle Zuchtform des Goldhamsters und eigentlich keine eigene Hamsterart. Sie sind für ihr markant wuscheliges Fell bekannt.
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Campbell-Zwerghamster

Lateinische Bezeichnung: Phodopus campbelli
Herkunft: Mongolei, China, Russland
Länge: 8 bis 9 Zentimeter
Gewicht: 35 bis 60 Gramm
Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Campbell Zwerghamster sind die einzigen Hamster, die von sehr erfahrenen Haltern manchmal auch in Gruppen gehalten werden können.
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Dsungarischer Zwerghamster

Lateinische Bezeichnung: Phodopus sungorus
Herkunft: Nordöstliches Kasachstan und südwestliches Sibirien
Länge: 7 bis 11 Zentimeter
Gewicht: 45 bis 60 Gramm
Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Dsungarische Zwerghamster bekommen auch in der Haustierhaltung ein deutlich erkennbares Winterfell und können in dieser Zeit auch merklich an Gewicht verlieren. Winterschlaf halten diese Zwerghamster – wie alle als Haustier gehaltenen Hamsterarten – allerdings nicht.
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Roborowski-Zwerghamster

Lateinische Bezeichnung: Phodopus roborovskii
Herrkunft: Nördliches China, Mongolei
Länge: 6 bis 9 Zentimeter
Gewicht: 20 bis 40 Gramm
Lebenserwartung: etwa 2 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Der Roborowski Zwerghamster ist die kleinste und ebenso leichteste Hamsterart. Der flinke Winzling ist zudem auch für seine charakteristischen „weißen Augenbrauen“ (weißes Fell über den Augen) und für seine Vorliebe, ausgiebig im Sand „zu baden“, bekannt.
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Chinesischer Streifenhamster

Lateinische Bezeichnung: Cricetulus griseus
Herkunft: Nördliches China, Mongolei
Länge: 7 bis 12 Zentimeter
Gewicht: 30 bis 50 Gramm
Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Der Chinesische Streifenhamster ist bei der Haustierhaltung im deutschsprachigen Raum eher ein Exot. Diese Mitglieder der Gruppe der Kurzchwanz-Zwerghamster sind dafür bekannt, dass sie unter den Hamstern die besten Kletterer sind.
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Feldhamster

Lateinische Bezeichnung: Cricetus cricetus
Herkunft: Mitteleuropa
Länge: bis zu 35 Zentimeter
Gewicht: 300 bis 600 Gramm
Lebenserwartung: bis zu 5 Jahre
Haltung: Wildtier
Besonderheit: Der Feldhamster ist mit Abstand die größte und schwerste Hamsterart und zusätzlich auch die einzige, die in Mitteleuropa in freier Wildbahn vorkommt. An dieser Stelle muss man allerdings besser sagen „noch vorkommt“, denn Feldhamster sind leider vom Aussterben bedroht.
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Hybriden

Lateinische Bezeichnung: Keine
Herkunft: Keine
Länge: 7 bis 11 Zentimeter
Gewicht: 30 bis 60 Gramm
Lebenserwartung: etwa 2 Jahre
Haltung: Einzelhaltung
Besonderheit: Hybriden entstehen aus der Kreuzung von Dsungaren und Campbell-Zwerghamstern. Alle Hamster-Hybride sind selbst jedoch unfruchtbar und durch die artfremde Verpaarung ergeben sich häufig Gendefekte. Äußerlich kann man diese den Tieren oftmals nicht ansehen, sie führen jedoch häufig zu Krankheiten und einer geringeren Lebenserwartung.

Gemeinsamkeiten der verschiedenen Hamsterarten

Es gibt einige Eigenschaften, die bei allen Hamsterarten mehr oder weniger gleich sind, und diese Tierart deshalb besonders charakterisieren.

Wühlerartiges Aussehen

Hamster zählen zur Familie der Wühler und bewohnen unterirdische Baue, die sie hauptsächlich nachts zur Futtersuche verlassen. An diese Lebensweise sind die Tiere sehr gut angepasst, weshalb alle Hamsterarten relativ ähnlich aussehen. So verfügen alle Hamster über große Ohren, dunkle Knopfaugen und ein dichtes Fell. Mit ihren Nagezähnen und der spitz zulaufenden Schnauze erinnern sie an Wühlmäuse. Von diesen unterscheidet sie jedoch der kurze Schwanz und die typischen Hamsterbacken.

Sinnesleistungen

Besonders charakterisiert werden alle Hamsterarten durch ihre besonderen Sinnesleistungen. Dank ihres ausgezeichneten Höhrsinns können die Tiere ihre Fressfeinde meist frühzeitig wahrnehmen. Der starke Geruchssinn hilft ihnen bei der mitunter schwierigen Futtersuche. Und dank der langen Tasthaare finden sich Hamster auch in der Dunkelheit bestens zurecht. Einzig das Sehen ist keine Stärke der Nager.

Ernährung

Allen Hamsterarten ist gemein, dass es sich bei ihnen um vorwiegende Pflanzenfresser handelt. Auf dem Speiseplan der Nager stehen hauptsächlich Pflanzensamen (Gräser, Getreide) aber auch Blüten, Blätter oder Wurzeln. Um ihren natürlichen Eiweißbedarf decken zu können, müssen Hamster gelegentlich auch tierische Nahrung verzehren. Hierzu zählen vor allem Insekten und ihre Larven.

Hamstern

Ein typisches Merkmal aller Hamsterarten sind ihre speziellen Hamsterbacken, die nicht nur süß aussehen, sondern in der Natur auch einen wichtigen funktionellen Zweck erfüllen. Aufgrund der Futterknappheit im Winter müssen Hamster im Sommer einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anlegen. Die Hamsterbacken erweisen sich bei der Futtersuche als sehr praktisch, denn dank ihnen können die Wühler in Relation zu ihrer Größe beinahe absurd große Mengen Nahrung auf einmal einsammeln und transportieren.

Fluchttiere

Hamster können zwar kräftig zubeißen, sind ansonsten aber eher kleinere und leichtere Tiere, die ihren Fressfeinden bezüglich physischer Stärke meist deutlich unterlegen sind. Aus diesem Grund vermeiden Hamster jegliche Konfrontation und gehen Gefahren wenn möglich lieber aus dem Weg. In der Natur haben die Nagetiere deshalb einen ausgeprägten Fluchtinstinkt entwickelt, der elementar ihr Wesen bestimmt.

Nachtaktivität

Neben dem ausgeprägten Fluchtinstinkt sichert eine weitere Besonderheit den Hamstern in der Natur ihr Überleben: ihr besonderer Aktivitätsrhythmus. Alle Hamster sind nämlich dämmerungs- oder nachtaktive Tiere, die sich erst im Schutz der Dunkelheit auch außerhalb ihres Hamsterbaus wohlfühlen.

Hamsterarten: Wichtige Unterschiede

Neben den für alle Hamster charakteristischen Eigenschaften, die wir im vorherigen Abschnitt aufgeführt haben, gibt es noch einige wichtige Punkte, in denen sich die einzelnen Hamsterarten unterscheiden.

Größe

Die Kopf-Rumpf-Länge der Nagetiere kann je nach Art ziemlich unterschiedlich ausfallen. Während die Roborowski-Hamster zum Beispiel mit gerade einmal sechs bis neun Zentimeter regelrechte Winzlinge sind, erreichen Feldhamster mit bis zu 35 Zentimetern eine durchaus stattliche Größe. Die meisten Zwerghamster-Arten sind jedoch deutlich kleiner und werden lediglich um die neun Zentimeter groß.

Gewicht

Mit den Unterschieden bei der Körpergröße ergeben sich auch beim Gewicht teils größere Unterschiede zwischen den Arten. So sind die Roborowski-Zwerghamster etwa nicht nur die kleinste Hamsterart, sondern mit lediglich zirka 20 bis 40 Gramm Körpergewicht auch noch die leichteste.

Gold- beziehungsweise Teddyhamster sind da schon deutlich schwerer und kommen bereits etwa auf das vierfache Gewicht von 80 bis 150 Gramm. Echte Schwergewichte sind aber wieder die Feldhamster, die mit 300 bis 600 Gramm noch einmal wesentlich schwerer werden.

Lebenserwartung

Ein paar kleinere Unterschiede gibt es auch bei der Lebenserwartung. So werden als Haustiere gehaltene Zwerghamster mit einem maximalen Alter von 2 bis 3 Jahren häufig etwas älter als Goldhamster, die meist nur etwa 2 Jahre alt werden. Am ältesten werden jedoch die Feldhamster, die in Gefangenschaft bis zu 4 Jahre alt werden können.

In der Natur erreichen alle Hamsterarten ihre maximale Lebenserwartung nur äußerst selten, da sie leider meist vorher Opfer von Fressfeinden, Krankheiten oder Nahrungsknappheit werden. Und auch im Rahmen der Heimtierhaltung ergeben sich die größten Unterschiede in Sachen Lebenserwartung üblicherweise nicht durch die Hamsterart, sondern vor allem durch die Qualität der Haltung.

Fellfarben

Durch die verschiedenen Lebensräume beziehungsweise Verbreitungsgebiete haben sich bei den verschiedenen Hamsterarten verschiedene Fellfarben herausgebildet. Während Zwerghamster in freier Wildbahn in der typischen grau-braunen Wildfarbe vorkommen, ist das Fell bei Mittelhamstern wie dem gold-braunen Goldhamster deutlich farbenreicher.

Sozialverhalten

Praktisch alle Hamsterarten sind vorwiegend Einzelgänger, die üblicherweise nur für die Paarung zusammenfinden und ansonsten ihr Revier gegen andere Artgenossen und weitere Feinde verteidigen. Dies trifft vor allem auf die größeren Hamsterarten wie die Mittelhamster uneingeschränkt zu. Zwerghamster hingegen sind Artgenossen gegenüber üblicherweise etwas verträglicher. Bei einigen Arten, wie zum Beispiel dem Dsungarischen Zwerghamster, bewohnen in der Natur manchmal sogar Familienmitglieder denselben Bau.

Bau / Nest

Große Unterschiede gibt es bei der Art und Weise, wie die verschiedenen Hamsterarten ihren Bau anlegen. Während Goldhamster beispielsweise tiefere, teilweise weit verzweigte unterirdische Höhlensysteme anlegen, geben sich Campbell-Zwerghamster oder Dsungaren bezüglich ihres Baus meist deutlich weniger Mühe. Ihre Baue sind einfacher aufgebaut und in einer geringeren Tiefe vorzufinden.

Einige Zwerghamsterarten, wie der Dsungarische Zwerghamster oder der Roborowski-Zwerghamster, legen in der freien Natur häufig sogar keine eigenen Baue an, sondern übernehmen einfach die leeren Baue anderer Tierarten oder bewohnen diese teilweise sogar mit ihnen zusammen.

Wichtige Fragen zum Thema Hamsterarten

Einige Fragen werden zum Thema Hamsterarten häufiger gestellt. Im folgenden Abschnitt haben wir einige dieser Fragen gesammelt und sie beantwortet.

Welche Hamsterarten gibt es?

Welche Hamsterarten sind zahm?

Alle Hamster sind von Natur aus leicht zu erschreckende Einzelgänger. Das liegt daran, dass sich die kleinen Nager in freier Wildbahn nicht gegen ihre Feinde wehren können. Aus diesem Grund müssen sie besonders vorsichtig sein. Ihre angeborene Scheu sichert ihnen in der Natur ihr Überleben.

Als Haustiere gelten Goldhamster und Teddyhamster als besonders zahme Hamsterarten. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies jedoch schwer zu belegen. Unserer Erfahrung nach sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von geringerer Bedeutung.

Bei der Frage, ob ein Hamster zahm wird oder nicht, sind die gemachten Erfahrungen und das individuelle Temperament des jeweiligen Hamsters deutlich wichtiger. Entscheidend ist also nicht unbedingt die Hamsterart, sondern vor allem, wie der Halter mit seinem Haustier umgeht. Hier kommt es hauptsächlich auf einen behutsames und geduldiges Vorgehen an.

Welche Hamster sind tagaktiv?

Grundsätzlich sind alle Hamsterarten von Natur aus überwiegend nachtaktiv. Da die Winzlinge in freier Wildbahn ihren Feinden mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind, gehen sie diesen am liebsten aus dem Weg und verstecken sich. Das gelingt am besten im Schutz der Dunkelheit, weshalb alle Hamster den Tag am liebsten gut versteckt und schlafend in ihrem Bau verbringen.

Der natürliche Biorhythmus der Tiere, der in der freien Wildbahn einen Teil ihrer Überlebensstrategie ausmacht, ändert sich auch im Rahmen der Haustierhaltung nicht. Zwar passen als Haustiere gehaltene Hamster sich manchmal an ihre „unnatürliche“ Umgebung an und verschieben ihre Zeiten der Aktivität etwas, sie werden jedoch niemals hauptsächlich tagaktive Hamster.

Welche ist die beste Hamsterart für Anfänger?

Die beste Hamsterart für Anfänger in Sachen Hamsterhaltung sind Goldhamster oder auch ihre spezielle Zuchtform, die Teddyhamster. Goldhamster beziehungsweise Teddyhamster stellen im Vergleich mit den anderen Arten aus der Familie der Zwerghamster keine speziellen Ansprüche an ihre Haltung.

Sie sind also relativ pflegeleicht, auch wenn es natürlich auch bei der Goldhamster-Haltung einige Dinge zu beachten gilt. Kinder!

Welche Hamsterart passt zu mir?

Das kommt ganz auf die bisher gesammelten Erfahrungen als Hamsterhalter und die persönlichen Vorlieben an. Neulingen in Sachen Hamsterhaltung wird oftmals zu einem Goldhamster oder Teddyhamster geraten (siehe Frage darüber).

Welche Hamsterarten leben am längsten?

Von allen Hamsterarten am ältesten kann der Feldhamster werden. Obwohl in freier Wildbahn viele Feldhamster höchstens ein Jahr alt werden, liegt die theoretische Lebenserwartung dieser Hamsterart bei bis zu 5 Jahren. Deutlich geringer fällt die durchschnittliche Lebenserwartung leider bei den als Haustier gehaltenen Hamsterarten aus. Diese liegt lediglich bei 2 (Goldhamster) bis 3 Jahren (Dsungarischer Zwerghamster, Campbell Zwerghamster).

Heißt es Hamsterarten oder Hamsterrassen?

Viele verwenden die Wörter Hamsterarten und Hamsterrassen synonym, wissenschaftlich korrekt ist jedoch der Begriff Hamsterarten. Als Art im biologischen Sinne versteht man Individuen, die einen ähnlichen Genbestand haben, aber keine gemeinsamen (fruchtbaren) Nachkommen zeugen können.

Ein guter Vergleich dazu sind die verschiedenen Hunderassen. Dackel und Golden Retriever beispielsweise sind Hunde, die sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden und deshalb unterschiedlichen Rassen angehören. Beide Hunderassen können gemeinsamen Nachwuchs zeugen. Die erzeugten Mischlingshunde sind ihrerseits fruchtbar und können ebenfalls fruchtbaren Nachwuchs mit anderen Hunderassen zeugen.

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