Hamster kaufen: Diese Punkte sollten bei der Anschaffung der kleinen Nager beachtet werden

Wer an der Hamsterhaltung interessiert ist, sollte nicht einfach losgehen und einen Hamster kaufen. Vor der Anschaffung sollten sich Interessierte erst einmal ausgiebig über die Tiere informieren. Nur so kann später eine artgerechte Haltung sichergestellt werden. Und ebenso wichtig: Nur so kann man überhaupt wissen, ob ein Hamster als Haustier zu einem passt.

Der wichtigste Punkt zuerst: Passt ein Hamster überhaupt zu mir?

Viele Menschen können den Anblick der pelzigen Winzlinge kaum widerstehen und finden Hamster sofort süß. Bei aller Verzücktheit um das Süße Aussehen der kleinen Nager wird allerdings schnell vergessen, dass Hamster Haustiere mit besonderen Eigenheiten sind. Diese Besonderheiten machen für den einen den Charme der Tiere gerade aus, für den anderen sorgen sie jedoch eher dafür, dass ein Hamster als Haustier nicht zu ihnen passt.

Hamster sind nachtaktiv

Hamster sind in der Natur generell dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Den Tag verbringen sie hingegen die meiste Zeit schlafend in ihrem Hamsterbau.

Hamster sind keine Kuscheltiere

Auch wenn Hamster wie die süßesten Kuscheltiere aussehen, so sind sie von ihrem Naturell einfach keine wirklichen Schmusetiere. In freier Wildbahn sind alle Hamster scheue Einzelgänger, die bei jeder drohenden Gefahr schnell Reißaus nehmen müssen, um überleben zu können.

Hamster besitzen eine geringe Lebenserwartung

Hamster werden als Haustiere auch bei absolut artgerechter Haltung lediglich 2 bis maximal 3 Jahre alt. Ein Hamsterleben ist also vergleichsweise kurz, was zum Beispiel auch für kleine Kinder mitunter nicht so leicht zu begreifen ist.

Überlegungen vor der Anschaffung

Artgerechte Haltung

Um sich wirklich sicher sein zu können, ob man mit einem Hamsterkauf sich selbst und dem Hamster einen Gefallen tut, sollte man sich so gut wie möglich über die richtige Hamsterhaltung informieren und abwägen, ob man dem Hamster das bieten kann, was er braucht. Denn auch ein Hamster ist ein Lebewesen, selbst wenn er noch so klein ist, und möchte auch so behandelt werden.

Hierbei sollte man auch beachten, dass man sich selbst durch den nachtaktiven Hamster nicht gestört fühlt. Um dem vorzubeugen kann der Hamster aber nicht in einem kleinen Kämmerlein untergebracht werden, sondern sollte dort stehen, wo er am täglichen Leben seines Halters teilhaben kann. Geeignet wäre zum Beispiel das Wohnzimmer.

Haltungskosten

Abzuklären ist auch der finanzielle Aufwand, der mit einem Kauf auf einen zukommen wird. Für die einmalige Anschaffung des Käfigs, des Hamsters selbst und die Grundausstattung muss man schon mit rund 150 Euro rechnen.

Die Entscheidung, sich einen Hamster anzuschaffen, sollte nicht leichtfertig abgetan werden. Zuvor müssen viele Dinge für den Notfall geklärt werden. Zum Beispiel muss man jemanden haben, der sich um den Hamster kümmert, wenn man im Urlaub ist und im Krankheitsfall sollte man auch einen geeigneten Tierarzt kennen.

Hamster kaufen: Was sollte man beachten?

Hat man für sich entschieden, dass ein Hamster das passende Haustier ist, kann es an den Kauf gehen. Da stellt sich natürlich als erstes die Frage: Welche Bezugsquellen gibt es überhaupt?

Wo sollte man am besten einen Hamster kaufen?

Hamster kann man heute vielerorts erwerben. Wir raten jedoch vom Kauf in Zoofachgeschäften oder der Tierabteilung von Gartenmärkten und ähnlichen Geschäften ab. Auch wenn man natürlich nicht alle Läden über einen Kamm scheren kann, so steht hier doch irgendwo immer mehr oder weniger das Geld verdienen durch den Verkauf von Tieren im Vordergrund.

Wir empfehlen deshalb stattdessen lieber eine Anschaffung aus dem Tierheim, einer Nothilfe oder von erfahrenen Züchtern. Neben der Tatsache, dass man hier einen Hamster üblicherweise ruhigen Gewissens kaufen kann, ist auch die Beratung meist deutlich besser. Gerade ein langjähriger Züchter kennt sich normalerweise sehr gut mit den Tieren aus und kann wertvolle Tipps geben.

So erkennt man gute Zoofachgeschäfte

Wer seinen Hamster dennoch in einem Zooladen kaufen möchte, sollte genau hinschauen. Ein geschultes Auge kann gute Läden ziemlich schnell von schlechten unterscheiden. Wichtig ist hierbei, dass alle Tiere genügend frisches Wasser und Futter erhalten und dass Hamster einzeln gehalten werden. Dies ist im Zoohandel leider nur selten der Fall, so dass man beim Kauf eines Hamsterweibchens leider keine Garantie dafür erhalten kann, dass dieses nicht bereits schwanger ist.

Ein weiterer sehr guter Anhaltspunkt dafür, ob man seinen Hamster im jeweiligen Zooladen kaufen sollte, ist die Qualität der Beratung. Ein guter Zooladen verfügt über kompetentes Personal, das bereitwillig auch Fragen zur Haltung beantwortet. Schlechte Zooläden hingegen erkennt man häufig daran, dass erst gar keine Beratung erfolgt oder Fragen nicht wirklich beantwortet werden können. Man merkt recht schnell, dass es in den entsprechenden Geschäften in erster Linie um das Verkaufen geht.

Die Auswahl des richtigen Hamsters

Den Hamsterkauf sollte man eher am späten Nachmittag oder abends einplanen, damit man auch die Möglichkeit hat, die nachtaktiven Nager vor dem Kauf zu beobachten. Da Hamster tagsüber schlafen, wird so auch der Umzug für den neuen Mitbewohner etwas weniger stressig.

Betrachtet man die im Käfig oder Terrarium lebenden Hamster, sollte man sich die Augen der Kleinen ansehen. Sind die Augen verklebt und trübe ist der Hamster wahrscheinlich bereits krank. Auch die Atmung des Hamsters sollte normal sein und in gleichmäßigen Abständen ohne ein Schnaufen von Statten gehen.

Ebenso sollte man beim bewegen der Hamster darauf achten, dass diese koordiniert sein und nicht humpeln. Ein gesunder Hamster ist neugierig und lebhaft. Auch wenn es in der Seele weh tut, auf keinen Fall sollte man kranke Hamster „freikaufen“. Zwar rettet man hier vielleicht ein leidendes Tier, sorgt mit dem Kauf aber gleichzeitig auch dafür, dass den Läden ihre Haltungsbedingungen völlig egal sein können. Irgendwer kauft das Tier schon – auch wenn es krank ist.

Die Fahrt in ein neues Zuhause

Nachdem man seine Wahl getroffen hat, kann es für den Hamster auf in das neue Zuhause gehen. Um unnötigen Stress zu vermeiden, wäre es ratsam, dass der Käfig bereits eingerichtet auf den kleinen Nager wartet. Die Überfahrt kann für den Hamster durch den Aufenthalt in einer Transportbox ebenfalls vereinfacht werden. Im Zoohandel bekommt man üblicherweise zwar eine Pappschachtel, doch darin länger als 15 Minuten auszuharren, ist für den kleinen Nager weniger schön.

Damit der Hamster sich nicht gleich so fremd in seinem neuen Gehege fühlt, kann man das Personal in der Zoohandlung bitten, etwas von dem alten Streu für das neue Heim mitnehmen zu können. Der gewohnte Geruch des Streus macht den Umzug für den Winzling weniger stressig.

Die ersten Tage sollte man seinen neuen Freund dann in Ruhe lassen und ihm genügend Zeit zur Eingewöhnung geben. Nur so kann er später Vertrauen zu einem aufbauen. Stört man den Hamster hingegen während der Eingewöhnungszeit, kann dies entweder zur Folge haben, dass man mit einem heftigen Biss bestraft wird oder der Hamster so verängstigt wird, dass es später nur sehr schwer möglich ist, das verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen.

Weitere wichtige Fragen zum Thema Hamster kaufen

Einige Fragen werden immer wieder gestellt, wenn es um die Anschaffung von Hamstern geht. Im folgenden Abschnitt haben wir einige dieser häufigen Fragen beantwortet.

Wie viel kostet ein Hamster?

Der Preis eines Hamsters liegt üblicherweise in einem Bereich von ungefähr 5 bis 20 Euro und ist vor allem auch davon abhängig, wo man das Tier erwirbt und um welche Hamsterart es sich handelt. Generell kann man sagen, dass exotischere Arten (zum Beispiel Chinesischer Streifenhamster) etwas teurer sind. Dasselbe gilt für besondere Farbvarianten und den Kauf beim Züchter.

Kann man einen Hamster alleine halten?

Diese Frage ist mit einem eindeutigen „Ja!“ zu beantworten. Da alle Hamsterarten territoriale Einzelgänger sind, müssen die kleinen Nager im Rahmen einer artgerechten Haltung sogar einzeln gehalten werden. Ansonsten drohen nämlich heftige Revierkämpfe, die im Extremfall bis zum Tod eines Tieres gehen können.

Welche Hamster sind tagaktiv?

Alle Hamsterarten sind von Natur aus nacht- beziehungsweise dämmerungsaktiv. Das bedeutet, dass Hamster tagsüber am liebsten ungestört in ihrem Nest schlafen wollen und erst in den Abendstunden aktiv werden. Am Tage hingegen kommen die pelzigen Schlafmützen üblicherweise höchstens zum Trinken oder Pipi machen aus ihrem Hamsterbau heraus.

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