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Artgerechte Ernährung: Das richtige Hamster-Futter hält deinen Nager fit und gesund

Das richtige Hamster-Futter ist für die artgerechte Haltung der Nager sehr wichtig. Eine gesunde Ernährung sorgt dafür, dass dein Liebling fit und gesund bleibt und hat somit auch einen wesentlichen Einfluss darauf, wie alt er wird. In diesem Artikel erklären wir, was eine artgerechte Ernährung beim Hamster aussieht und was gutes Futter ausmacht.

Artgerechte Hamster-Ernährung: Die Natur als Vorbild

Um herauszufinden, wie du deinen Hamster am besten ernährst, solltest du dich an der Natur orientieren. Die kleinen Nager haben sich über Millionen von Jahren an das Futter, das ihnen in ihrem natürlichen Lebensraum zur Verfügung steht, angepasst. Es ist für eine artgerechte Haltung deshalb sinnvoll, die natürliche Ernährungsweise der Tiere auch auf das Futter im Rahmen der Heimtierhaltung zu übertragen.

Beachten solltest du dabei, dass die verschiedenen Hamsterarten in unterschiedlichen Verbreitungsgebieten vorkommen und sich deshalb auch an das Nahrungsangebot in unterschiedlichen Lebensräumen angepasst haben. Der natürliche Speiseplan der Nager unterscheidet sich also je nach Hamsterart etwas, auch wenn alle Hamster vorwiegend Pflanzenfresser sind.

Mittelhamster (Goldhamster)

Das Verbreitungsgebiet des Goldhamsters weicht deutlich von dem seiner kleinen Verwandten ab. Dadurch sind die Tiere auch an einen anderen Lebensraum mit einer etwas anderen Fauna und Flora angepasst. Dies spiegelt sich auch bei der Ernährung wider.

Goldhamster bewohnen in freier Wildbahn heute überwiegend Äcker. Als sogenannte Kulturfolger ernähren sie sich vorwiegend von Getreide-Sorten wie Weizen oder Gerste und Feldfrüchten wie Rüben oder Erbsen. Zusätzlich stehen auch Kleinsämereien, Früchte und Kräuter auf dem Speiseplan.

Im Gegensatz zu den Zwerghamstern, die üblicherweise nur die Körner von Gräsern und Getreide fressen, ernähren sich Goldhamster zu einem Teil auch von weiteren Pflanzenteilen wie Blätter, Stengel, Blüten oder Wurzeln.

Da Goldhamster durch den Verzehr von pflanzlichem Futter kaum Proteine zu sich nehmen, müssen sie ihren Eiweißbedarf auf andere Weise decken. Obwohl die Wühler nicht gezielt auf die Jagd nach Beute gehen, steht tierisches Futter in Form von Insekten, Schnecken, Regenwürmern oder Larven ebenfalls mit auf dem Speiseplan, wenn sie gerade darauf stoßen.

Zwerghamster

Zwerghamster wie Roborowski oder Dsungare sind deutlich kleiner als Goldhamster und bewohnen vornehmlich Steppen und Halbwüsten. Die Ernährung der einzelnen Zwerghamster-Arten ist an die Vegetation dieser Lebensräume perfekt angepasst. Die Zusammensetzung des Speiseplans wird im Detail entscheidend durch das jeweilige Verbreitungsgebiet geprägt.

Allen Zwerghamster-Arten gemein ist jedoch, dass der pflanzliche Anteil der Ernährung im Wesentlichen aus Pflanzensamen besteht. Weitere Pflanzenteile spielen in der Ernährung anders als beim Goldhamster praktisch keine Rolle. Zur Deckung ihres Eiweißbedarfs nehmen auch Zwerghamster regelmäßig tierisches Futter in Form von Insekten zu sich.

Hamster-Futter: Alles Wichtige zur artgerechten Ernährung auf einen Blick
Wie oft füttern? Einmal täglich
Wann füttern? Am besten abends
Was füttern?
  • 70 % Körnermischungen
  • 20 % Frischfutter
  • 10 % Eiweißfutter
Wie viel füttern? Einen Teelöffel Körner

Trockenfutter für Hamster

Das Trockenfutter in Form von handelsüblichen Körnermischungen macht bei allen Hamsterarten den Hauptteil einer artgerechten Ernährung aus. Während der Speiseplan bei Goldhamstern zu etwa 60 Prozent aus Trockenfutter bestehen sollte, kann der Anteil bei Zwerghamstern ruhig bis zu 80 Prozent ausmachen.

Bei der Auswahl eines geeigneten Trockenfutters solltest du darauf achten, dass die Körnermischung nicht zu fetthaltig ist (unter fünf Prozent). Sonnenblumenkerne oder Nüsse zum Beispiel enthalten sehr viel Fett und sollten deshalb nur als seltenes Leckerli gefüttert werden und nicht Bestandteil der täglichen Ernährung sein.

Grünfutter für Hamster

Neben einer leckeren Körnermischung benötigen Hamster auch regelmäßig Grünfutter, über das sie ihren Vitamin- und Mineralstoff-Bedarf decken können. Das saftige Grünfutter enthält zudem viel Wasser, das die kleinen Nager zur indirekten Flüssigkeitsaufnahme benötigen. Beim Goldhamster sollte der Grünfutter-Anteil bei bis zu 30 Prozent liegen.

Tierisches Futter für Hamster

Da im Trockenfutter und im Grünfutter nur wenig Eiweiß enthalten ist, benötigt dein Hamster auch regelmäßig tierisches Futter, da es ansonsten zu einer Mangelernährung kommen kann. Der Eiweißbedarf ist dabei bei jungen, schwangeren und kranken Hamstern besonders hoch.

In der Natur decken Hamster ihren Eiweißbedarf hauptsächlich durch den Verzehr von Insekten. Dies kannst du auch für die Heimtierhaltung übernehmen und deinem Liebling Futtertiere wie Heuschrecken, Schaben, Bachflohkrebse oder Mehlwürmer anbieten.

Wenn du keine Futtertiere verfüttern möchtest, kannst du als Alternative auch auf Magerquark, fettarmen und milden Käse oder das Eiweiß von einem hartgekochten Ei zurückgreifen. Manche Hamster-Halter füttern ihren kleinen Mitbewohnern auch Trockenfutter für Katzen oder Hundekekse. Wichtig ist natürlich, dass der Hamster das Eiweiß-Futter auch annimmt.

Während der Anteil des tierischen Futters bei Goldhamstern bei etwa zehn Prozent liegen sollte, kann er bei Zwerghamstern bis zu 20 Prozent ausmachen.

Erlebnisfutter für Hamster

In der Natur sind Hamster einen Großteil der Zeit mit der Futtersuche beschäftigt. Die Nager legen in der Dämmerung beziehungsweise nachts große Strecken zurück und sammeln mühselig alles Essbare in ihren Backentaschen. Dieses Hamstern ist charakteristisch für sie und es steckt ihnen förmlich im Blut.

Als Haustiere haben es die putzigen Gesellen viel einfacher als ihre wilden Artgenossen. Die Futtersuche ist hier in der Regel kein Problem, denn der Futternapf wird schließlich jeden Tag einfach wieder aufgefüllt. Der Nachteil dieser Rund-um-Versorgung ist allerdings, dass sich die Tiere ihr Futter kaum erarbeiten müssen. Ein wichtiger Teil ihrer natürlichen Aktivität fällt damit weg, was zu Langeweile führen kann.

Als Halter kannst du dem entgegenwirken, indem du den Speiseplan mit sogenanntem Erlebnisfutter aufwertest.

Hamster-Futter zur Zahnpflege

Die Nagezähne von Hamstern wachsen ein Leben lang und müssen deshalb abgenutzt werden. In freier Wildbahn ergibt sich die Abnutzung der Zähne durch das Nagen bei der Futtersuche von ganz allein. Problematisch kann es allerdings in der Haustierhaltung werden, denn das angebotene Futter nutzt die Zähne oftmals nicht ausreichend ab.

Die Folge können dann Zahnfehlstellungen sein, die mitunter sehr schmerzhaft für die Hamster sind. Außerdem kann es zu Entzündungen im Mund kommen. Nicht selten wird die Nahrungsaufnahme dadurch beeinträchtigt oder sogar unmöglich. Am Ende hilft nur ein Besuch beim Tierarzt, der die Nagezähne kürzen muss.

Um das zu vermeiden, solltest du als Halter darauf achten, dass sich die Zähne deines Hamsters ausreichend abnutzen können. Am besten gelingt das, wenn du deinem Liebling regelmäßig frische Zweige fütterst. Doch Vorsicht, nicht alle Zweige sind für Hamster ungefährlich.

Keine gute Alternative ist übrigens das vielfach zum Abnutzen der Zähne verfütterte harte Brot. Da altes Brot oft mit Schimmelsporen belastet ist und zudem viel Stärke und allerlei zusätzliche Backzutaten enthält, ist es als Hamster-Futter ziemlich ungeeignet.

Wasser

Wie alle Lebewesen haben auch Hamster einen gewissen Flüssigkeitsbedarf, den sie decken müssen. Hamster müssen also Wasser trinken, damit sie nicht dehydrieren. In der Natur ist frisches Wasser allerdings nicht immer verfügbar. Die Flüssigkeitsversorgung muss deshalb oft indirekt über das Grünfutter erfolgen.

Als Haustier solltest du den Nagetieren allerdings immer frisches Wasser zur Verfügung stellen, auch wenn es nur selten angenommen wird. Die bekannten Nippeltränken mit Kugelventil sind als Wasserspender allerdings eher ungeeignet, da sich in den Röhrchen gerne Keime ansammeln. Besser ist ein Wassernapf, dessen Wasser du täglich wechselst.

Hamster: Futterliste

Hamster-Futter selber machen

Handelsübliches Hamster-Futter ist meist speziell für Goldhamster zusammengestellt. Die natürliche Ernährung von Hamstern ist allerdings von Art zu Art etwas unterschiedlich, so dass Goldhamster-Futter nicht unbedingt das beste Futter für Zwerghamster ist. Um die volle Kontrolle über die Bestandteile des Speiseplans zu haben, kannst du das Hamster-Futter selber machen und dabei eigene Körnermischungen für deinen Liebling zusammenstellen.

Die richtigen Zutaten für die eigene Körnermischung

Häufige Fragen

Im folgenden Abschnitt haben wir einige Fragen gesammelt, die zum Thema artgerechte Ernährung von Hamstern häufiger gestellt werden.

Was fressen Hamster sehr gerne?

Hamster brauchen eine abwechslungsreiche Ernährung. Mit einer guten Körnermischung kann man kaum etwas falsch machen, denn in dieser ist garantiert etwas dabei, was die Nager sehr gerne fressen. Ergänzend darf es ab und an aber auch mal eine besondere Leckerei sein. Besonders gerne fressen Hamster Obst, Hamster-Drops, Hamster-Kekse, Bananen-Chips, Mehlwürmer oder Grillen. Aber Achtung: diese Leckerlis sollten eine seltene Ausnahme (einmal pro Woche) sein, denn regelmäßig gefüttert sind sie ungesund.

Wann muss man einen Hamster füttern?

Hamster brauchen regelmäßig frisches Futter und sollten täglich gefüttert werden. Da die kleinen nachtaktiven Nager erst zum Abend hin aktiv werden, ist der Abend auch der beste Zeitpunkt, sie zu füttern. Was das Futter an sich angeht, so benötigen die Nagetiere einmal täglich Körnerfutter und etwas Frischfutter. Obst sollte wegen des Zuckergehalts nur alle paar Tage gefüttert werden. Eiweißfutter steht beim Goldhamster einmal pro Woche auf dem Speiseplan. Bei Zwerghamstern ruhig öfter.

Dürfen Hamster Radieschen essen?

Radieschen sind zwar nicht giftig für Hamster und sie können diese deshalb generell verzehren, sie sind jedoch mitunter sehr scharf und ihre etherischen Öle können reizend wirken. Es ist deshalb eher nicht empfehlenswert den Tieren Radieschen zu füttern. Eine Ausnahme stellen allerdings die Blätter dar. Diese sind nicht scharf und werden deshalb üblicherweise auch gern gefressen.

Dürfen Hamster Bananen essen?

Ja. Generell dürfen Hamster Bananen fressen. Problematisch an Bananen ist allerdings die Tatsache, dass sie sehr viel Zucker enthalten. Dieser ist nicht nur schädlich für die Zähne der Tiere, sondern kann auch zu Übergewicht führen, das wiederum gerade bei Zwerghamstern der Auslöser für Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes sein kann. Bananen an Hamster deshalb bitte nur in Maßen verfüttern.

Dürfen Hamster Käse essen?

Ja. Käse ist eine gute Eiweiß-Quelle für Hamster und eine Alternative zu Insekten. Wichtig ist allerdings, dass der Käse nicht zu fett ist, weil die Tiere ansonsten Übergewicht bekommen können.

Brauchen Hamster ein Vitaminpräparat?

Bei einer abwechslungsreichen, artgerechten Ernährung benötigen alle Hamsterarten keine zusätzlichen Vitamine, da sie ihren Bedarf über ihr normales Futter decken können. Eine Gabe von Vitaminpräparaten ist also nicht erforderlich. Eine Ausnahme stellen kranke Hamster dar. In diesem Fall sollte die Gabe aber mit einem Tierarzt besprochen werden.

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