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Hamster-Babys: Von der Paarung über die Schwangerschaft bis hin zu Geburt und Entwicklung – alles Wichtige über den Nachwuchs der Nager

Hamster-Babys sind ohne Frage sehr niedlich. Dennoch solltest du als Halter, der am Wohlergehen seines Haustiers interessiert ist, beim Thema Nachwuchs lieber Vorsicht walten lassen und deine Hamster nicht einfach planlos und leichtfertig miteinander verpaaren. Die Hamster-Zucht ist eher etwas für erfahrene Halter, denn es gibt dabei einige Dinge, die beachtet werden müssen.

Die nachfolgenden Tipps sind deshalb eher für Halter gedacht, die ihren Hamster bereits trächtig gekauft haben und noch keinerlei Erfahrungen mit Hamster-Nachwuchs haben.

Woran erkenne ich, dass mein Hamster trächtig ist?

Anders als beim Menschen kann man äußerlich nur sehr schwer erkennen, dass ein Hamster schwanger ist, da die Nager während der Trächigkeit kaum zunehmen. Deutlich wird eine Schwangerschaft meistens am veränderten Verhalten des Tieres. Wenn dein Hamster außergewöhnliche Mengen Futter bunkert und ein großes Wurfnest baut, ist es sehr wahrscheinlich, dass er schwanger ist.

Was ist während der Schwangerschaft zu beachten?

Die Schwangerschaft ist für die Tiere mit sehr viel Stress verbunden. Während dieser Zeit solltest du deinem Hamster viel Ruhe gönnen und vermehrt Nistmaterial zur Verfügung stellen. Gern genommen werden Zellstoff, Heu oder Hanfmatten. Da die werdende Hamster-Mutter nun sehr in Sorge ist, den Nestbau nicht rechtzeitig beenden zu können, solltest du nicht noch für zusätzlichen Stress sorgen und den Käfig deshalb einige Tage vor der Geburt das letzte Mal reinigen. Dabei darfst du aber nicht das aufgebaute Nest zerstören!

Während der Tragzeit, die je nach Hamsterart etwa 16 bis 24 Tage dauert, braucht dein Hamster auch vermehrt tierisches Eiweiß, welches du in Form von Käse, Quark oder Hundekuchen zur Verfügung stellen kannst. Auch das Eiweiß von einem gekochten Hühnerei ist als Proteinquelle sehr gut geeignet. Ebenso wichtig während der Schwangerschaft ist auch das Grünfutter, das nun regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte, um die Mutter mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen.

Hamster-Babys – die Geburt

Bei Mittelhamstern wie dem Goldhamster dauert die Tragezeit etwa zwischen 16 und 19 Tage. Zwerghamster sind je nach Art mit etwa 18 bis 24 Tagen etwas länger trächtig. Wenn es so weit ist, bemerkt der Hamsterhalter die erfolgreiche Geburt erst dann, wenn von den frisch geborenen Babys ein leises Fiepen aus dem Nest ertönt.

Geboren werden die Babys häufig nachts. Nach jedem Baby nabelt die Mutter das Jungtier ab und leckt es auch kräftig ab. Dadurch werden die Hamster-Babys gesäubert und ihre Blutzirkulation wird angeregt. Danach frisst die Hamster-Mutter die Nachgeburt auf und beschäftigt sich mit der Geburt des nächsten Babys.

Wenn die Babys nach der Geburt nicht einen kleinen Schrei von sich stoßen, hält die Mutter ihren Nachwuchs bereits für tot und frisst an der Nabelschnur weiter. In der Regel werden tot geborene Babys aus dem Instinkt heraus auch gleich aufgefressen. In der Natur geschieht dies, damit die verendeten Hamster-Welpen keine Fressfeinde anlocken.

Ein Wurf kann bei Hamstern aus vier bis zehn Welpen bestehen. Dabei gilt als Faustregel, dass die Wurfgröße bei jungen Müttern tendenziell kleiner ausfällt.

Hamster-Babys – nach der Geburt

Nach der Geburt braucht die frisch gebackene Hamster-Mama vor allem viel Ruhe. Nähert man sich dem Nest und nehmen die Babys den menschlichen Geruch in den ersten Tagen an, kann es sein, dass die Mutter ihre Babys verstößt oder aus Instinkt sogar auffrisst. Deswegen sollte auch eine Käfigreinigung erst dann wieder durchgeführt werden, wenn die Babys bereits so alt sind, dass sie ihr Nest selbstständig verlassen können.

Entwicklung der Hamster-Babys

Die Entwicklung der jungen Hamster kann man am Anfang nicht selbst miterleben, da sich die Hamster-Mama mit ihren Babys erst einmal in ihrem gebauten Nest verkriecht.

Unmittelbar nach der Geburt könnte man aber sehen, dass die Babys ganz nackt sind und ihre Augen noch nicht geöffnet haben. Ihr Gewicht bei der Geburt beträgt in etwa drei Gramm. Damit die Babys, die zu Beginn nur etwa drei Zentimeter lang sind, wachsen können, hängen sie in der ersten Woche die ganze Zeit an den Zitzen der Mutter.

Bereits ab dem zweiten Tag kann man bei den jungen Hamstern schon eine Pigmentierung erkennen. Die ersten Geräusche vernimmt man meistens ab dem dritten Tag, wenn die Hamster-Mama ihr Nest zum Essen verlässt und die Jungtiere nach ihr rufen.

Ab dem fünften Tag können die Babys die Nahrung, welche ihnen ihre Mutter ins Nest bringt, selbstständig fressen und sich auch bereits selbst oberflächlich putzen. Ihre Pigmentierung wird nun immer stärker sichtbar.

Etwa am zehnten Lebenstag wird der Hamster-Nachwuchs erstmals versuchen, das Nest zu verlassen, um das Gelände im Käfig zu erkunden. Jetzt sollte man alles, woran sich die kleinen Hamster verletzen könnten, aus dem Käfig stellen. Denn die süßen Winzlinge haben ihre Augen noch immer geschlossen und könnten sich leicht irgendwo stoßen oder sogar ernsthaft verletzen.

Ihre Augen öffnen die Hamster-Babys erst etwa ab dem 14.-16. Tag. Ab diesem Zeitpunkt lernen sie auch von ihrer Mutter, wie man die Backentaschen füllt und wieder leert. Doch der Nachwuchs ist oft noch nicht komplett selbstständig und ab und zu muss die Mutter helfend eingreifen.

Eine vollkommene Selbstständigkeit tritt bei den meisten Hamstern ab dem 20. Tag ein. Dennoch sollte man sie erst eine Woche später von der Mutter trennen, damit sie noch die typischen Verhaltensweisen von ihrer Mutter erlernen können.

Vorsicht geboten ist außerdem bei Würfen mit mehreren Geschlechtern. Ab dem 32. Tag können Hamster bereits geschlechtsreif sein und mitunter auch ihre Hamster-Mutter schwängern. Hier ist eine Trennung unbedingt nötig, bevor es zu ungewollten Inzucht-Schwangerschaften kommt.

Abgabe: Ein neues Heim für Junghamster

Spätestens ab dem 30. Tag sollte man jedem kleinen Hamster ein eigenes Heim geben, so dass es nicht zu Kämpfen und Streitereien kommen kann. Solltest du nicht den nötigen Platz aufbringen können, solltest du dich in deinem Bekanntenkreis umhören, ob jemand dazu bereit ist, ein Hamster-Baby bei sich aufzunehmen. Ansonsten können auch Annoncen im Internet, in der Zeitung oder in Foren sinnvoll sein.

Häufige Fragen

Im folgenden Abschnitt haben wir häufige Fragen zum Thema Hamster-Nachwuchs beantwortet.

Wie viele Hamster-Babys gibt es pro Wurf

Die typische Wurfgröße ist je nach Hamster-Art unterschiedlich. Generell kann man sagen, dass Zwerghamster mit drei bis sieben Welpen etwas weniger Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen als Mittelhamster. Goldhamster haben eine durchschnittliche Wurfgröße von drei bis zehn Welpen. In Ausnahmefällen wurden jedoch auch schon von bis zu vierzehn Babys aus einem Wurf berichtet.

Warum haben Hamster-Babys geschlossene Augen?

Alle Hamster-Babys kommen mit geschlossenen Augen zur Welt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind die Augen der Welpen so besser gegen Verletzungen und Infektionen geschützt. Zum anderen sind Hamster an ein Leben in der Dunkelheit angepasst. Das Sehvermögen der Tiere bildet sich erst nach der Geburt nach und nach aus.

Wann öffnen Hamster-Babys ihre Augen?

Die Augen der Hamster-Welpen sind direkt nach der Geburt noch nicht komplett entwickelt. Aus diesem Grund sind die Augen der Winzlinge zunächst verschlossen. Erst um den 10. bis 14. Lebenstag herum beginnen sich die Augen der Nager zu öffnen.

Wann darf ich meine Hamster-Babys anfassen?

Wenn du die Hamster-Babys zu früh anfasst, kann es passieren, dass die Mutter der Jungtiere diese danach nicht mehr als ihren Nachwuchs akzeptiert und sie sogar totbeißt. Du solltest die Hamster-Babys deshalb keinesfalls vor dem 18. Tag anfassen. Die Gefahr des Tötens und Auffressens des eigenen Nachwuchses ist besonders bei unerfahrenen Müttern gegeben. Warte mit dem Anfassen deshalb am besten, bis du die Jungtiere im Alter von etwa vier Wochen von der Mutter trennst.

Wann darf man Baby-Hamster von der Mutter trennen?

Hamster-Babys entwickeln sich sehr schnell. Bereits nach etwa 21 Tagen sind die Baby-Hamster zu Jungtieren geworden, die weitestgehend selbständig sind. Du solltest sie dann dennoch nicht sofort von ihrer Mutter trennen, da sie von dieser noch das hamstertypische Sozialverhalten lernen müssen. Spätestens 32 Tage nach der Geburt musst du den Nachwuchs allerdings von seiner Mutter trennen, da die Jungtiere nun geschlechtsreif werden und es ansonsten zu ungeplanten Inzuchtschwangerschaften kommt.

Ab wann kann ich ein Hamster-Baby abgeben?

Hamster-Babys brauchen bis zu einem Alter von etwa 21 Tagen unbedingt ihre Mutter, da sie vorher noch nicht selbständig geworden sind. Wenn die Kleinen selbständig geworden sind, lernen sie von ihrer Mutter und durch den Umgang mit den Geschwistern allerdings noch das Sozialverhalten, so dass du mit einer Abgabe mindestens noch eine weitere Woche warten solltest. Frühestens wenn die Junghamster etwa 30 Tage alt sind, kannst du demnach über das Abgeben nachdenken.

Wie viel kostet ein Baby-Hamster?

Die Anschaffungskosten für einen Hamster sind üblicherweise unabhängig vom Alter. Ein Baby-Hamster kostet mit etwa 5 bis 20 Euro nicht mehr als ein erwachsenes Tier.

Wie füttert man Baby-Hamster?

Im Normalfall füttert die Hamster-Mutter ihre Babys bis diese selbständig fressen können selbst und du brauchst und solltest nicht eingreifen. Du kannst die frischgebackene Hamster-Mama aber bei dieser Aufgabe unterstützen, indem du sie mit genügend Eiweiß und Wasser versorgst. Im Falle von Krankheit oder Tod des Muttertiers ist eine Handaufzucht der Baby-Hamster nötig, damit diese nicht verhungern oder verdursten.

Was fressen Hamster-Babys?

Wenn die Hamster-Babys noch nicht selbstständig sind, werden sie von ihrer Mutter gesäugt und benötigen noch kein zusätzliches Futter. Wichtig ist während dieser Zeit deshalb, dass die Hamster-Mutter gut versorgt wird. Selbstständige Junghamster haben von ihrer Mutter das eigenständige Futter-Suchen gelernt. Spezielles Jungtier-Futter braucht der Nachwuchs somit nicht, die Ernährung kann im Wesentlichen wie bei einem erwachsenen Hamster erfolgen.

Hamster-Babys: Alles Wichtige zum Nachwuchs auf einen Blick
Geschlechtsreife 32 bis 42 Tage
Tragezeit 15 bis 16 Tage
Wurfgröße 3 bis 10 Babys
Eigenständigkeit ab 20 Tagen
Abgabe ab 30 Tagen

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